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Was macht ein Maler aus der Farbe?

 

 

 

Die hier gezeigten Ausgangsfarben, Rotorange und Phtalocyaninblau, sehen als Tubenfarben eher künstlich aus. Wie also verwandelt der Maler Farben in einen ästhetisch wirkenden Farbakkord? ...

 

 

Farbkugel, Querschnitt, Orange./.Ultramarinblau
Farbkugel, Querschnitt, Orange./.Ultramarinblau

 

Farbmischungen

 

Jede Farbe, die aus der Tube kommt, kann mit Wasser (je nach Farbsystem) verdünnt  und somit transparenter, also heller, gemacht werden.

 

In Deckfarbensystemen kommt noch die Möglichkeit dazu, mit Weiß eine Farbe heller zu mischen. Mit einer Tubenfarbe plus Weiß sind die choloristischen Möglichkeiten für ein Bild aber immer noch sehr begrenzt. Z.B. kann Zinnoberrot mit Weiß um drei Stufen aufgehellt werden.

 

 

Will ich aber eine Hell-Dunkel-Wirkung in mein Bild bekommen, nehme ich eine kalte Farbe zu meinem Zinnoberrot dazu. Die größte Kontrastwirkung hat die im Farbkreis diametral gegenüberliegende Farbe, hier Blaugrün. Für den Maler steht für Blaugrün Coelin- oder Phtalocyaninblau (früher Preußischblau).

 

Gebe ich ein Blau in das Zinnoberrot so erhalte ein abgedunkeltes Rot wiederum in Hell-Mittel-Dunkel. Ähnlich funktioniert die Mischung andersherum. Rot, in drei unterschiedlichen Mengen dem Blau hinzu gemischt, ergibt ein Hell-Mittel-Dunkelblau.

 

 

 

Die Kontraste

 

 

Nach allgemeiner Lehrmeinung gibt es 7 Farbkontraste. Drei davon werden nun relevant.

 

  1. der Mengenkontrast (nach Itten Quantitätskontrast)
  2. der Bunt-Unbuntkontrast (nach Itten Qualitätskontrast)
  3. Der Hell-Dunkel-Kontrast

 

Die Farbmischungen, sowie die leicht abgetönten Tubenfarben werden nun nach eigenem Gefühl und nach eigenem Geschmack „sortiert“.

 

 

Der Farb-Akkord

Aus den oben gezeigten Ausgangsfarben kann nun folgender Akkord gebildet werden:

 

Farbakkord, Rotorange ./. Phtalocyaninblau
Farbakkord, Rotorange ./. Phtalocyaninblau

 

Da jeder Maler eine eigene Ansicht vertritt und ein eigenes Farbgefühl in sich erlebt, ergeben sich daher unterschiedliche Lösungen und unterschiedliche Bilder.

 

Gefällt mir ein Bild nicht, so bedeutet es nicht, dass hier schlecht gemalt wurde. Das Gefühl, die Ansicht des Malers, passt nur nicht zu mir. Das ist aber kein Problem. Bilder als auch Speisen sind eben reine Geschmackssache und man muss nur das passende „Restaurant“ finden.

 

 

© Gerhard Marquard, Landsberg am Lech, 2. März 2017

 

Die Verwendung meines Textes darf nur mit meinem schriftlichen Einverständnis erfolgen.


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