· 

Bildersturm

 

Eine Woche Bilder malen, ohne groß zu überlegen. Farben setzen und Formen dazu finden. Bilder entstehen lassen, ohne Plan, aber Situationen und Möglichkeiten der Bildwerdung erkennen und nützen ...

 

 

Paint it quick!

Ein Vorhaben ist oft wie eine Schachtel, die man in den Händen hält. Wirft einem das Leben nun die Hunderter zu, kann man nicht zugreifen. Man hält ja die „Schachtel“ fest. Oft halten uns allzu hohe Erwartungen vom Malen ab. Alles, jeder umgesetzte Bildgedanke, jede Farbe und jeder Pinselstrich sollen   beim Malen sofort richtig platziert werden.

Man muss nicht lange darüber nachdenken, um einzusehen, dass das kaum möglich ist. Wir erkennen, wie etwas funktioniert u.a. auch über Trial and Error - Versuch und Irrtum. Dabei stellt hier der Irrtum nicht unbedingt einen Fehler dar, da er die Erkenntnis in sich birgt, wie etwas nicht funktioniert.

In den ersten 4 Kurstagen lag der Schwerpunkt auf einigen ausgewählten Kreativtechniken. Von einer groben Bildvorstellung  (Landschaft, Figur, abstrakt usw.) ausgehend, finden wir zuerst zeichnerisch Ideen und Möglichkeiten, ehe eine davon zu einem Bild weiterentwickelt wird. Die ersten Schritte der Malerei sollen wie ein Feld voller Möglichkeiten sein. Ähnlich dem Betrachten einer Wolke am Himmel, in der der Betrachter individuell Formen und Farben wahrnimmt, die er    (auch intuitiv) in seine Ideenwelt einfließen lässt und auf Papier oder Leinwand manifestiert.

Diese Form der "Ideenfindung" ist alles andere als neu. Leonardo da Vinci schrieb in seinem Traktat, dass man die abblätternden Farbschichten einer Wand oder die Wolken am Himmel betrachten solle, um Ideen für Figurenbilder darin zu ersehen. Max Ernst nahm diese Erkenntnis auf und erschuf damit seine Bildwelt.

Meine Kursteilnehmer malten jeweils in 5 Kurstagen zwischen 50 und 70 Bilder. Sie konnten die „Schachtel“ der festen Vorstellung loslassen und die „zugeworfenen“ Bilder annehmen. Die nachstehenden Fotos geben einen Eindruck davon, wie kreativ und produktiv eine Woche sein kann, in der der Prozess des Malens wichtiger war als das fertiggestellte Bild.

Bilder der Kursteilnehmer:


 © Gerhard Marquard, Landsberg am Lech, 14. März 2017

 Mein Text darf nur mit meiner schriftlichen Erlaubnis weiterverwendet werden! Alle Fotos wurden mit Erlaubnis der Teilnehmer gepostet. Eine Weiterverwendung ist nicht gestattet!


 

Nächster Artikel:

Flower Power, Tulpen.



Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Andrea (Sonntag, 24 Dezember 2017 11:23)

    Hallo Gerhard,
    Vielen Dank für die viele Motivation und die Info die in dem Blog steckt.
    Es macht Spaß darin zu lesen.
    Viele Grüße und fröhliche,harmonische Festtage
    Lg Andrea

  • #2

    Gerhard (Sonntag, 07 Januar 2018 14:02)

    Ich freue mich, wenn Dir der Blog gefällt. Vielen Dank, Gerhard

  • #3

    Nina (Donnerstag, 08 März 2018 08:22)

    Hallo Gerhard,
    man sieht förmlich wie hemmungslos drauf los gezeichnet und die Farbauswahl gewählt wurde. Ein toller Blog der nicht nur Lust auf Deinen Kurs macht sondern mich noch einen Schritt weiter zur Eigeninitiative motiviert. Leider bin ich zu dieser Zeit im Urlaub aber bei der nächsten Gelegenheit bin ich gerne dabei. Ein tolles Thema!
    Wir seh'n uns beim Zeichnen,
    Nina