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25 Ideen für Zeichner


Kunst kommt von Machen!

„Was soll ich nur zeichnen ...?“

... mit diesen leicht spöttischen Worten stichelte der Professor für Lithografie an der Kunstakademie, wenn wir zögerten, auf den Stein zu zeichnen.

 

Ein anderer prüfte seine Bewerber mit: „zeichnen Sie mir etwas“.

 

Antwort 1: „Ich habe gar nichts dabei zum Zeichnen“. Schlecht, das Skizzenbuch und ein Stift stecken immer in der Tasche.

 

Antwort 2: „Was soll ich zeichnen?“. Nochmal schlecht, der Künstler lässt sich nicht sagen, was er skizzieren wird.

 

Der Nächste fragte: „Führen Sie ein Skizzenbuch?“.

 

Ähnlich im Illustrationsseminar:

Studentin: „Entschuldigung, dass ich zu spät komme, ich hatte unterwegs einen Unfall“. Professorin: „Macht nichts, zeigen Sie mir, was Sie in der Zwischenzeit gezeichnet haben“.

 

Das sind keine erfundenen Anekdoten.



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Mit Schirm, Charme und einem reinen Herzen

Den „Granden“ war bewusst, dass sie den Finger in die Wunde legen. Künstlerische Qualität und Aussage entwickeln sich, wenn nur intensiv genug gezeichnet wird. Vor dem Meisterwerk stehen die Ideen, aus denen es hervorwächst. „Kunst kommt von Machen!“

 

Eine von Albrecht Dürer gezeichnete Karikatur habe ich abgebildet auf einer Postkarte, sie ist als ob sie von einem Kind gezeichnet wurde. Zu Kursbeginn zeige ich sie gerne meinen Teilnehmern. Amüsant sind die großen Augen, wenn sie lesen, wer diesen „Unsinn“ fabriziert hat. Daher, seid albern, zeichnet, egal was, und vertraut darauf, dass mit Charme und einem reinen Herzen alles eine gute Folge haben wird;-)

 

Die Krux mit der Unzufriedenheit

Das Scheitern an den eigenen abgehobenen Ansprüchen kennen wir alle. Hemmungen am Schaffen, die jede Freude daran abwürgen. Die Folge, es entsteht nichts. „Nichts“ motiviert nicht!

 

Klopfe dir selbst auf die Schulter, wenn du die Monats-Challenge erfolgreich abgeschlossen hast. Bisschen geflunkert bei der Challenge? Kein Problem, niemand hat es gesehen und der liebe Gott hat aktuell andere Probleme. Dir gefällt nicht, was du gezeichnet hast? Verändere alles so lange, bis es dich überzeugt. Denke daran: Die großen Meisterwerke fallen nicht oft vom Himmel. Lese z.B. die Briefe von Vincent van Gogh. Er schreibt immer wieder, dass er das Zeichnen schwieriger findet als das Malen. Dann schaue dir seine Rohrzeichnungen an und falle auf die Knie.

 

Hier ein Tipp:

Gleich nach dem Aufwachen am Morgen stellst du dir vor, was du während der Woche gezeichnest hast und wie überragend das gelungen ist. Es spielt dabei keine Rolle, ob das stimmt oder nicht. Je öfter du dir vergegenwärtigst, dass deine Zeichnungen sich überzeugend entwickeln und du dabei eine tiefe Zufriedenheit verspürst, umso schneller wird es zur Realität. ... aber denke keinen Unsinn;-)

Was mache ich, wenn ich keine Ideen habe?

Das ist das Thema meines 5. Treffen in meinem Online-Kurs „Zeichnen am Küchentisch“, den ich in Zusammenarbeit mit der Malakademie in München halte.

 

Im Kurs erkläre ich anhand von Fotos und Filmen, wie Ideen geboren werden. Hier ein Beispiel dazu:

 

Warum wir ein Gesicht im Mond erkennen?

In uns Menschen ist die „Mustererkennung“ verankert. Die hell-dunkel-Werte einiger erloschener Vulkankrater verwandeln sich in unserer Fantasie zu einem Gesicht, z.B. das im Mond. Sie eignet sich bestens, um Ideen zu finden, oder um den inneren Kritiker zu überlisten.

Die Liste der Möglichkeiten

Schreibe oder zeichne eine eigene Liste über deine Techniken, die ohne Anlaufschwierigkeiten laufen. Denke daran, sie ist nicht in Stahlbeton gegossen. Wenn etwas nicht funktioniert, dann lösche es heraus oder füge andere Techniken hinzu.

 

Der Wert liegt im Aufschreiben, nicht im Nachlesen. Wer schreibt, verbalisiert das Erdachte und damit kommt es leichter auf das „Sprungbrett“ des Verstandes.

Ein Tipp vorweg

„Gute Künstler kopieren – das Genie stiehlt!“

Steve Jobs „Good artists copy, great artists steal“

Zur Zeit der Renaissance, damals gab es noch keine Kunstbücher zu kaufen, kopierten die Künstler alle Werke, die sie beeindruckend fanden. Zeichne eine Woche lang Bilder ab, die dir gefallen.

 

Der junge Picasso hat viel kopiert, z.B. Velazquez. Der reife Picasso hat frei interpretiert, seine Lieblingsmaler waren z.B. Poussin, Lukas Cranach, Eduard Manet. Das Thema „der Maler und sein Modell“ kenne ich von Rembrandt.

 

Um wieder von den hohen Ansprüchen auf die Erde zu kommen, möchte ich Dir diese Paraphrasen von Picasso ans Herz legen. Gefällt dir nicht? Diese Leier hatten wir schon. Verändere es, erfinde es für dich neu, „klopfe“, bis es passt.


Zeichnen lernen

für Menschen, die nur wenig Zeit haben

Zwei Zeichner zeichnen. Einer zeichnet eine Minute pro Tag, der andere eine halbe Sunde an einem Samstag im Monat. Beide zeichnen 30 Minuten pro Monat. Was glaubst du, wer nach 9 Monaten zeichnen kann?

Klicke hier zu meinem Mini-Kurs, klick mich.


Aber jetzt zu meinen Zeichnen-Vorschlägen:

 

1) Zeichne ein Strichmännchen, dann lass es sich bewegen, laufen, sitzen ...

 

2) Zeichne deine Hand.

 

3) Zeichne deine Hand mit der im Schreiben ungewohnten Hand.

 

4) Zeichne das Zimmer oder was immer, mit der ungewohnten Hand.

 

5) Zeichne deine Füße, wie sie aus der Bettdecke ragen.

 

6) Lege ein Tuch über die zeichnende Hand und zeichne etwas ab. Du kannst so nicht mehr sehen, was du abzeichnest, das blockiert den inneren Kritiker.

 

7) Zeichne mit geschlossenen Augen eine Landschaft, die du kennst.

 

8) Zeichne einen einfachen Gegenstand in einer durchgehenden Linie, setze den Stift nicht ab, bis du fertig bist (s. Blogartikel Zeichnen lernen).

 

9) Zeichne einen Schuh. Achte darauf, dass alle Proportionen zueinander stimmig sind.

 

10) Zeichne Wolken. Beobachte, wie sich der Ausdruck der Zeichnung verändert, wenn du am unteren Rand einen Horizont dazu zeichnest.

 

11) Zeichne eine Szene aus einem Graphic Novel ab. Wie hat der Zeichner die Szene dargestellt?

 

12) Suche einen gut gedrehten Film und zeichne Szenen, die dir besonders gut gefallen.

 

13) Nehme ein Buch, suche dir einen inspirierenden Absatz und illustriere ihn.

 

14) Kleckse Tinte auf dein Blatt und zeichne aus den Klecksen, was du siehst.

 

15) Zeichne die Silhouette eines Kopfes, wie bei einem Portrait. Jetzt zeichne unterschiedliche Lichtverhältnisse ein.

 

16) Zeichne den nicht abgedeckten Tisch nach dem Essen. Suche einen interessanten Blickwinkel. Gerne kannst du mit dem Smartphone Fotos schießen und diese zuschneiden. Ist das Stillleben entdeckt, dann zeichne es vom Tisch ab, nicht vom Foto.

 

17) Zeichne eine aufgeschnittene Orange, Apfel, ...

 

18) Nehme eine Lupe und zeichne, was davor zu sehen ist.

 

19) Zeichne einen Teelöffel mit allen Reflexen.

 

20) Zeichne ein Tuch. Ich weiß, Faltenwürfe sind spießig und langweilig. Aber wer einen Faltenwurf zeichnen kann, der beherrscht schnell Gewänder, fließendes Wasser, Strand, eine Schneelandschaft usw.

 

21) Zeichne deinen liebsten Schatz.

 

22) Natur. Gehe spazieren und bringe einige Dinge mit, die du interessant findest. Zeichne diese in dein Skizzenbuch.

 

23) Gehe mit deinem Skizzenbuch spazieren, setze dich auf eine Bank und zeichne die Landschaft.

 

24) Öffne den Küchenschrank o.ä. und zeichne ein Regal mit z.B. Gläsern.

 

25) Imaginieren. Gleich nach dem Aufwachen, zeichne etwas in deiner Vorstellung. Was hat diese Woche gut geklappt, zeichne es in der Vorstellung nochmal. Machst du das immer wieder, dann verankern sich deine Techniken besser.


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